Praktische Alternative zur DVB-T2 HD-Umrüstung

Neu > Ratgeber > TV & Receiver | 27. April 2018
Die Umstellung auf DVB-T2 HD stellt vor allem für kleine Hotels, Seniorenheime und andere Hospitality-Einrichtungen eine echte Herausforderung dar. Wer bei der Versorgung von zwanzig oder mehr Zimmern auf das alte DVB-T gesetzt hatte, müsste mit der Umstellung im Prinzip auf einen Schlag ebenso viele DVB-T2 HD-Empfänger bereitstellen. Je nach Ausgangslage bieten Kompaktkopfstellen hierzu jedoch praktische Alternativen, mit denen sich nicht nur erhebliche Kosten einsparen, sondern auch starke Programmangebote zusammenstellen lassen. Seit 29. März 2017 wird in Deutschland der stufenweise Generationswechsel beim Antennenfernsehen umgesetzt. Im April 2018 wurde der bisherige Standard DVB-T an weiteren Standorten abgeschaltet und mit nahtlosem Übergang durch den neuen Standard DVB-T2 HD ersetzt. Für die Nutzung des neuen Angebots sind allerdings neue Empfänger erforderlich, denn DVB-T2 HD arbeitet mit dem neuen Kodierstandard HEVC und ist technisch nicht mit den bisherigen DVB-T und DVB-DVB-T2-Standards kompatibel. Zudem wichtig: Die HD-Programme der Senderfamilien um ProSieben, Sat.1, RTL und andere werden, wie beispielsweise auch über Satellit, verschlüsselt ausgestrahlt und unter der Marke freenetTV kostenpflichtig vermarktet. Weitere Infos rund um das Thema DVB-T2 HD finden Sie hier.

Empfangsanlagen im Hospitality-Segment

Bei allen Vorteilen, die das neue HD-Antennenfernsehen DVB-T2 HD bietet, birgt die Umstellung selbst kleinerer TV-Anlagen, die auf den DVB-T-Empfang ausgerichtet waren nicht unerhebliche Kosten. Die vor allem in kleinen Hotels, Pensionen und Betreuungseinrichtungen häufig anzutreffenden Fernseher von 22-32 Zoll verfügen oft über integrierte Tuner für die Standards DVB-T und DVB-C. Da bei der Umstellung auf das neue DVB-T2 HD die alten DVB-T-Übertragungen gänzlich entfallen, ist für solche Betriebe guter Rat teuer.

Kostspieliger Wechsel zu DVB-T2 HD für Hotelbetriebe

Wer dem terrestrischen Empfang treu bleiben und seine Zimmer für DVB-T2 HD rüsten möchte, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder er tauscht seine TV-Geräte durch aktuelle Geräte aus, die für den Empfang von DVB-T2 HD ausgelegt sind, oder er stellt jedem alten TV-Gerät einen DVB-T2 HD-Receiver zur Seite. Während Ersteres je nach Dimension schnell kostspielig wird, bedeutet die günstigere zweite Lösung neben der weiterhin spürbaren Investition möglicherweise auch einen Komfortverlust. Denn nur wenige DVB-T2 HD-Receiver sind in der Lage, das verbundene TV-Gerät mit der Receiver-Fernbedienung mitzusteuern. Eine zweite Fernbedienung zum Fernsehen ist hingegen nicht nur für betagtere Nutzer eine Herausforderung im Alltag. Auch für Gäste eines Hotels ist eine Lösung, die auf den Einsatz von zwei Fernbedienungen angewiesen ist, keine Option.

Programmumfang

Selbst wer sich für die Ausstattung mit neuen Geräten entscheidet, profitiert nicht unbedingt von einem größeren Programmangebot. Denn das kostenpflichtige private Programmpaket freenet TV, das über DVB-T2 HD verbreitet wird, muss pro Gerät gebucht, eingerichtet und freigeschaltet werden. Damit kann freenet TV zwar für Wohn- und Betreuungseinrichtungen über ein individuelles Buchungsmanagement sinnvoll genutzt werden, schließt sich für den Hotelbetrieb jedoch schon von der Kostenseite her aus. Wie ein Sprecher von Freenet TV bestätigte, gibt es aktuell noch keine Möglichkeit, freenet TV im Kontingent zu buchen: „Die Freischaltung bezieht sich immer auf ein freenet TV fähiges Endgerät (TV Modul, Receiver, USB-Stick).“ Daher kann pro Freischaltung nur ein Empfangsgerät genutzt werden – so auch z. B. in Hotels. „Es werden derzeit weitere Angebotsformen geprüft, die den Kunden in Bezug auf Laufzeit und Umfang zusätzliche Möglichkeiten bieten könnten. Zu möglichen Terminen und Preisen dieser Modelle können wir heute noch keine Auskunft geben.“

Nutzung vorhandener Infrastruktur

Wer als Anbieter über eine vorhandene TV-Verteilung auf Einkabel-Basis verfügt, wie sie noch häufig im digitalen Erbe analoger Dachantennen-Versorgungen zu finden sind, dem bieten aktuelle Kompaktkopfstellen in Kombination mit der Montage einer Satelliten-Antenne als Signalquelle in vielerlei Hinsicht bessere Optionen. So lässt sich im einfachsten Fall mit COFDM-fähigen Kopfstellen eine Auswahl von Sat-Programmen einfach im althergebrachten DVB-T-Format in die Empfangsanlage einspeisen. Alternativ hierzu ist mit entsprechend ausgerüsteten Kopfstationen auch eine QAM-Einspeisung im DVB-C-Standard möglich.

Riesiges Programmangebot

Beiden Lösungen gemein ist, dass Sie aus dem riesigen Programmangebot über Satellit schöpfen können. Mit über 330 frei empfangbaren Programmen bietet allein die deutsche Standard-Orbitposition zum Satellitenempfang Astra 19,2° Ost ein enormes Programm-Spektrum, aus dem sich ein passendes Bouquet zusammenstellen lässt.  Dabei werden von den 80 freien HD-Sendern über 65 in deutscher Sprache ausgestrahlt – hierzu gehören auch alle 37  verfügbaren öffentlich-rechtlichen HD-Programme. Auch zahlreiche internationale Kanäle sind über Astra 19,2° Ost zu empfangen. Wer gerade im internationalen Programmumfeld breiter aufgestellt sein möchte, kann je nach gewählter Kopfstelle über eine weitere Antenne auch Kanäle von Eutelsat 13° Ost oder Türksat 42° Ost einspeisen.

Pay-TV via CI  

Über entsprechend angebotene CI-Slots können zudem gebuchte Pay-TV-Pakete von der Kopfstelle aus im gesamten Verteilnetz bereits fertig entschlüsselt ausgespielt werden. Hierüber kann man den angeschlossenen Nutzern gezielt weitere hochwertige Kanäle wie z. B. ein Spielfilm-Bouquet oder ein Sportpaket anbieten.

TechniSat Expertentipp: Einspeisung von DVB-C-Kanälen mit der TechniNet BS6

Zur Umstellung einer vorhandenen Baumstruktur zur Verteilung von DVB-T-Signalen auf digitalen Satellitenempfang empfiehlt TechniSat die Einspeisung von QAM-Signalen (DVB-C). Viele Kunden aus der Hotel-Branche und anderen  Hospitality-Einrichtungen wie z. B. Seniorenwohnungen und -Heimen haben ihre TV-Geräte im Verlauf der letzten zehn Jahre auf Geräte mit integriertem DVB-T/C Kombituner umgerüstet. Damit sind die Voraussetzungen für eine DVB-C-Signalisierung in aller Regel schon gegeben. Bei der DVB-C-Einspeisung sind in gewachsenen Strukturen mit gemischten Endgeräten nur noch wenige Parameter zu berücksichtigen. Hier hält das COFDM-Signal mit Einstellungen zu Kanalbandbreite, Fehlerkorrektur, Guard-Intervall und vor allem der Spektral-Invertierung für die Umstellung mehr Fehlerquellen bereit.
TECHNINET BS6

TECHNINET BS6

Digitale 16-fach Kompaktkopfstation - DVB-S(2) / DVB-C

Optimale Kapazitätsnutzung

Durch die bessere Kapazitätsnutzung von DVB-C lassen sich Transponder zudem in aller Regel vollständig einspeisen – gleichgültig, ob es sich um SD- oder HDTV-Kanäle handelt. So können mit der TechniSat Kompaktkopfstelle TechniNet BS6 ganze 16 Sat-Transponder als DVB-C-Signal in einer bestehenden Baumstruktur angeboten und damit eine robuste Programmauswahl generiert werden. Das lässt sich am besten anhand einer Beispiel-Konfiguration erläutern: So benötigt man für 37 öffentlich-rechtliche HD-Programme inklusive einiger lokaler und regionaler HD-Angebote nur 8 Transponder. Mit weiteren 2 Transpondern sind auch 15 Programme der privaten Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL abgedeckt. Mit 3 weiteren Transpondern lassen sich dann jeweils die Angebotsblöcke, Eurosport und Euronews; Sport 1, Tele 5 und DMAX sowie Sixx, N24 Doku, Anixe, TLC und EWTN einspeisen. Bleiben noch drei weitere freie Transponder, die sich beliebig nutzen lassen – z. B. für internationale Programme von einer zweiten Orbitposition wie z. B. Eutelsat 13° Ost.  Insgesamt lassen sich so mühelos Programmangebote von 70 und mehr Sendern realisieren, von denen rund die Hälfte in HD empfangen werden können.

Voller Komfort

Mit 4 Haupt- und 2 Zusatz-Sat-ZF-Eingängen und einen integrierten Multischalter nimmt die TechniNet BS6 ganze 6 Eingangssignale von Quattro- und Quattro-Switch-LNBs sowie Multischalter-Ausgängen entgegen. Ein Transportstrom-Prozessor bearbeitet PSI-/SI- Daten, filtert und modifiziert Services, generiert NIT (Network Information Table) und LCN (Logical Channel Number) , fügt MPEG-Null Pakete zur Anpassung an die Ausgangsdatenrate ein (Stuffing) und generiert die veränderten Zeitbezüge neu (Time-Restamping) um PCR-Jitter (Program Clock Reference) zu vermeiden. Eine Besonderheit stellt die integrierte PIT-Filterung dar, über die sich nicht nur die Programme eines Transponders sondern auch die Programmdaten selbst filtern lassen – z. B. um ein datenintensives Dolby Digital-Signal einzusparen. Auch eine benutzerfreundliche Programmier-Oberfläche, Fernwartungs-Optionen, sowie die Möglichkeit kaskadierte Kopfstellen über eine zentrale Konfiguration zu steuern, sprechen für die neue Ultrakompakt-Kopfstelle für DVB-C. Weitere Infos zu TechniSat Empfangstechnik finden Sie hier.
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