Mit HbbTV & DVB-T2 HD mehr Sender und Mediatheken empfangen

Neu > Ratgeber > TV & Receiver | 22. Februar 2018

Um alle Vorteile von DVB-T2 HD nutzen zu können, bieten die besten Geräte zum DVB-T2 HD-Empfang ein integriertes freenet TV-Entschlüsselungssystem, komfortable Aufzeichnungsfunktionen und HbbTV zum Abruf von Internetangeboten. Letzteres unterstützen leider nur wenige Geräte auf dem Markt. Überhaupt herrscht reichlich Verwirrung über Umfang, Möglichkeiten und Empfangsgrundlagen von HbbTV über DVB-T2 HD – nicht nur bei den Kunden. Schade, denn mit den zusätzlichen Sendern und Mediatheken macht das neue HD-Antennenfernsehen erst richtig Spaß.

Die Umstellung vom bisherigen Antennen-Fernsehstandard DVB-T auf das neue digitale Antennenfernsehen DVB-T2 HD steht in weiteren Regionen Deutschlands bevor. Nach der Umstellung im vergangenen Jahr in den Ballungszentren Deutschlands starten ARD und ZDF in der Nacht vom 24. zum 25. April das neue terrestrische Antennenfernsehen an weiteren Standorten Bayerns, Niedersachsens, in NRW und in Thüringen. Zeitgleich startet in einigen davon betroffenen Regionen das Programmangebot der freenet TV-Plattform.

Das sind die DVB-T2-Senderstandorte ab 25. April 2018:

  • Bayern: Augsburg (Schwaben), inkl. freenet TV, Gelbelsee, Pfaffenhofen, Hochberg und Untersberg
    (Oberbayern)
  • Niedersachsen: Lingen, Lüneburg, Osnabrück (inkl. freenet TV)
  • Nordrhein-Westfalen: Bielefeld, Münster (inkl. freenet TV), Minden, Teutoburger Wald (Ostwestfalen)
  • Thüringen: Erfurt und Weimar (inkl. freenet TV)

Noch mehr Programme und Mediatheken via Internet

Wer einen Internetanschluss zu Hause hat und zusätzlich zu den über DVB-T2 HD  verbreiteten Programmen auch internetgestützte Angebote wie z. B. die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen oder Untertitel nutzen möchte, der tut gut daran, ein Gerät zu wählen, das HbbTV unterstützt. Denn parallel zu den TV-Programmen werden via DVB-T2 HD auch Red Button-Links zu Mediatheken, zusätzlichen Programmen und internetgestützten Zusatzdiensten angeboten. So kann man mit einem HbbTV-fähigen TV-Gerät oder Receiver, der mit dem Internet verbunden ist, noch auf zahlreiche zusätzliche Inhalte zugreifen.

HbbTV 

Die Abkürzung HbbTV steht für ‚Hybrid broadcast broadband Television‘ und regelt die Verbindung von TV-Sendern mit Internetangeboten in modernen Fernsehempfangsgeräten. Bei HbbTV handelt es sich um einen europäischen Standard, der im Juni 2010 vom europäischen Institut für Telekommunikationsnormen ETSI anerkannt wurde. HbbTV ermöglicht die vollständige Darstellung fernsehgebundener Zusatzdienste durch einen breitbandigen Internetanschluss (z. B. DSL).

Die rote Farbtaste startet das Zusatzangebot

Zur Aktivierung der Funktion drückt man im laufenden TV-Programm die rote Farbtaste der Fernbedienung. Im englischsprachigen Raum erlangten die internetgestützten Zusatzdienste über den Begriff „Red Button“ größere Bekanntheit. Nach dem Druck auf die rote Farbtaste im laufenden Fernsehprogramm werden die Zusatzdienste des jeweiligen Veranstalters über das Internet am TV-Bildschirm aufgerufen. Voraussetzung ist ein HbbTV-fähiger Empfänger, der mit dem Internet verbunden ist.

Öffentlich-Rechtliche Mediatheken

So erlauben die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen oftmals zahlreiche Sendungen bis zu einer Woche nach ihrer Fernsehausstrahlung nachträglich über Internet zu sehen. Die ZDF Mediathek stellt den Zuschauern als zentrales Videoportal knapp zwei Drittel des ZDF-Programms zur Verfügung. Zu besonderen Anlässen wie z. B. ARD-Themenwochen oder sportlichen Großereignissen werden zudem oft zusätzliche Angebote über HbbTV bereitgestellt. Die Arte-Mediathek spiegelt einen Großteil des innovativen Kulturprogramms im siebentägigen Programmrückblick. Zusätzlich bietet ARTE Concert zahlreiche Videos von den Bühnen aus Pop/Rock, Klassik, Jazz, Weltmusik und Tanz. Auch digitale Zusatzdienste wie Programmführer, Videotexte und  Untertitel verbergen sich im HbbTV-Angebot der Öffentlich-Rechtlichen. 

Internetprogramme in der Programmliste

Über die sogenannten Internet Link Services (ILS) lassen sich via HbbTV zudem zusätzliche Internetprogramme ganz normal in die Programmliste einfügen. So lassen sich über das Internet zusätzliche Programme verfügbar machen, ohne die Sendefrequenzen zusätzlich zu belasten. Sender, die über ILS übertragen werden, tauchen einfach in der regulären Programmliste auf und können genau wie alle anderen Programme am großen Bildschirm gesehen werden. Wird eines dieser Programme ausgewählt, wird der Live-Stream des Programms aus dem Internet abgerufen.  Nach einer kurzen Ladezeit beginnt das Programm.

Zusätzliche freie Programme

So offerieren die Öffentlich-Rechtlichen neben ihren ohnehin reichhaltigen Mediatheken in den Ausstrahlungsgebieten auch nicht über DVB-T2 HD abgestrahlte dritte Programme als Stream über HbbTV. Bereits jetzt werden ILS-Angebote vom WDR, dem Bayerischen Rundfunk und dem rbb übertragen. Die zusätzlich bereitgestellten Programmangebote unterscheiden sich jedoch regional: So überträgt der WDR zusätzlich die Sender BR Fernsehen HD, hr Fernsehen HD, rbb Fernsehen und ARD-alpha sowie alle Hörfunkprogramme des WDR via ILS. Der Bayerische Rundfunk stellt WDR Fernsehen HD über Internet zur Verfügung und der rbb ergänzt seine DVB-T2 HD-Programme um ARD-alpha HD.

Freenet TV connect

ILS nutzt auch das private HbbTV-Angebot freenet TV connect. Mit diesem bereichert Freenet TV die HbbTV-Angebote seiner rund 20 im Paket enthaltenen Sender um weitere lineare Programme, die via Internet empfangen werden können. Hierzu gehören aus dem privaten Sektor z. B. die Musiksender Viva und MTV HD oder spannende Spartensender wie eo TV, Insight TV, der Frauensender TLC oder Comedy Central. Auch Newssender wie Spiegel TV, euronews, CNN und France 24 sind als internetbasierte Livestreams über freenet TV connect erreichbar. Besonders spannend sind auch Angebote wie der Parlamentskanal. Eine eigene Freenet TV-Mediathek mit zusätzlichen Apps gehört ebenfalls zu diesem HbbTV –Angebot, das an das kostenpflichtige und verschlüsselt ausgestrahlte DVB-T2 HD-Programmangebot privater Programme angebunden ist.

Notwendige Empfangs-Voraussetzungen

Voraussetzung für den Empfang der internetgestützten Red-Button-Angebote und ILS-Programme ist ein Fernseher oder eine Set-Top-Box für den DVB-T2 HD-Empfang – am besten mit dem offiziellen DVB-T2 HD Logo. Zusätzlich muss das Gerät den HbbTV-Standard in der Version 1.5 sowie das Videocodierverfahren MPEG-DASH unterstützen. MPEG-DASH unterstützt eine adaptive Anpassung der zu übertragenden Datenmenge. Das bedeutet, je schneller die Internetverbindung ist, desto höher aufgelöst wird das Bild übertragen. Ab einer Bandbreite von ca. 3,5 Mbit/s lässt es sich auch in HD sehen.

TV-Geräte ab 2016 meist kompatibel

Jüngere TV-Geräte ab dem Modelljahr 2016, die über ein integriertes DVB-T2 HD-Empfangsteil und HbbTV verfügen, unterstützen in aller Regel sowohl die HbbTV-Version 1.5 als auch MPEG-DASH vollständig. So können sie in jedem Fall alle öffentlich-rechtlichen Mediatheken und ILS-Programme über Internet empfangen. Im Augenblick kann auch freenet TV connect mit solchen Geräten genutzt werden (auch ohne Freenet TV-Abonnement). Die Möglichkeit, die Internet-Dienste des privaten Anbieters an ein freenet TV-Abonnement zu knüpfen, ist jedoch technisch vorhanden und kann praktisch jederzeit kommen. Dann würde auch ein CI Plus-Schacht am TV-Gerät benötigt, um Freenet TV über das CI-Modul entschlüsseln zu können.

DVB-T2 HD-Receiver mit HbbTV 1.5 und MPEG-DASH

Bei den DVB-T2 HD-Receivern kann man die TechniSat-Geräte DIGIPAL ISIO HD und DIGIPAL DAB+ zu den Geräten zählen, die alle HbbTV-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen und freenet TV connect vollständig unterstützen. Diese Geräte wurden von Freenet TV mit dem freenet TV connect-Logo zertifiziert, das ihnen eine saubere Unterstützung von HbbTV 1.5 und MPEG-DASH bescheinigt.

TechniSat DIGIPAL ISIO HD

Mit DVB-T2 HD, Freenet TV und einem ausführlichen EPG mit direkter Anbindung an die USB-Aufzeichnungsfunktionen, voller Schnittstellenausstattung, performantem HbbTV 1.5, sauberer MPEG-DASH Implementierung und einem Internetportal mit über 80 eigenen Mediatheken und Internetdiensten lässt der DIGIPAL ISIO HD wenig zu wünschen übrig. Auch für freenet TV connect ist er zertifiziert.

DIGIPAL ISIO HD

DIGIPAL ISIO HD

DVB-T2 HD-Receiver mit ISIO-Internetfunktionalität und USB-Aufnahmefunktion

TechniSat DIGIPAL DAB+

Der DIGIPAL DAB+ basiert auf der Plattform des DIGIPAL ISIO HD – und schaltet über die TV/Radio-Taste der Fernbedienung bequem zum DAB+ Digitalradio-Empfang. Bei DVB-T2 HD ist er beim Empfang freier Programme und dem verschlüsselten freenet TV  identisch ausgestattet. Zusätzlich bietet der DAB+ fähige Smart-Receiver HbbTV 1.5 mit MPEG-DASH für alle verfügbaren HbbTV-Angebote und -Sender sowie komfortable Aufzeichnungs- und Timeshift-Funktionen via USB.

DIGIPAL DAB+

DIGIPAL DAB+

DVB-T2 HD/DAB+ Receiver mit Internet- und Aufnahmefunktionen

TechniSat DIGIPAL SMART HOME

Mit dem DIGIPAL Smart Home stellte TechniSat zur IFA 2017 einen weiteren internetfähigen DVB-T2 HD-Receiver vor, der sowohl HbbTV 1.5 sowie MPEG-DASH unterstützt. Zusätzlich zum Empfang alle freien und verschlüsselten Programmangebote über DVB-T2 unterstützt der neue Receiver auch Smart Home-Funktionen über das verbreitete Z-Wave Protokoll. Mit der Integration des cloud-basierten Sprachdiensts Amazon Alexa lassen sich mit dem neuen Smart-Receiver per Stimmenkommando Programminformationen für TV- und Radiosender am TV-Bildschirm anzeigen und vorlesen – oder Aufzeichnungen programmieren.  

DIGIPAL SMART HOME

DIGIPAL SMART HOME

DVB-T2 HD-Receiver/Smart-Home-Zentraleinheit

TIPP: Hersteller kontaktieren

MPEG-DASH-Streaming-Programme via HbbTV und ILS wurden sind in Deutschland bisher relativ neu. Sollten Sie ein HbbTV-fähiges Gerät haben, aber die ILS-Angebote nicht nutzen können, kontaktieren Sie ruhig den Hersteller Ihres Geräts. Vielfach kann eine Aktualisierung der Firmware das Problem beheben.

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