Kabel TV einfach auf Satellit umrüsten

Neu > Ratgeber > TV & Receiver | 7. Dezember 2018

Immer häufiger werden bei Fachbetrieben Umrüstungen bestehender Koaxial-Kabelnetze von Kabel TV auf den Empfang via Satellit nachgefragt. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Aber die Leichtigkeit mit der sich via Satellit kostengünstig ein maßgeschneidertes TV-Angebot für Bewohner unterschiedlichster Herkunft zusammenstellen lässt, macht den Empfangsweg nach wie vor außerordentlich attraktiv. Zur Realisierung solcher Umrüstungen in bestehenden Kabelanlagen haben sich teilnehmergesteuerte Einkabellösungen als hervorragendes Werkzeug erwiesen – zumal man mit ihnen auch auf eine schnelle Internetverbindung über das Breitbandangebot des alten Kabelnetzbetreibers nicht verzichten muss.

Teilnehmergesteuerte Einkabellösungen bieten für die Verteilung von Satelliten-Signalen zahlreiche Vorteile. Nicht nur lassen sich alle empfangbaren Sat-Programme, inzwischen auch von mehreren Orbitpositionen gleichzeitig, über einen einzelnen Kabelstrang verteilen. Auch komfortable Endgeräte mit integrierten Mehrfach-Tunern, sind über eine einzelne Zuführung ausreichend mit den benötigten Empfangssignalen zu versorgen. Die im Sat-Bereich üblichen Sternverteilungen sind zudem kostspielig und stellen längst nicht für jeden Anwendungsfall eine gute Lösung dar. Möchte man ein Gebäude mit vorhandener Kabel-TV-Infrastruktur auf Sat-Empfang umrüsten, offerieren teilnehmergesteuerte Einkabellösungen inzwischen eine leistungsfähige Alternative.

Nachgefragter Anwendungsfall

Die Nachfrage nach solchen Umrüstungen hat dabei in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Interessanterweise ist dies auch der kontinuierlichen Digitalisierung der Kabelnetze zu verdanken. Hier hat die Anbindung der Kunden mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen die Zulieferung sperriger TV-Pakete als Kernprodukt schon lange abgelöst. Der Kabel-Empfang sichert inzwischen ausgezeichnete Bandbreiten für den Konsum internetbasierter Medien-Anwendungen und ebenfalls kostenpflichtig das, was man den TV-Grundbedarf der angeschlossenen Haushalte nennen könnte – nicht anders herum. Wer clever denkt, und die Private Wohnungswirtschaft denkt allem voran kosteneffizient, holt sich sein möglichst vielschichtiges da multikulturelles Angebot linearer TV-Programme kostenlos via Satellit ins Haus.

Erprobte Technologie

Hierfür stellt die inzwischen ausgefeilte Technologie teilnehmergesteuerter Einkabellösungen eine technisch elegante und leistungsfähige Lösung bereit – die im Feld kostengünstiger Umsetzungen für Privathaushalte schon seit einiger Zeit zunehmend Raum einnimmt. Bei einkabel-basierten Sat-Verteilungen liegen die Teilnehmeranschlüsse als in Reihe geschaltete Durchgangsdosen hintereinander. Das eingesetzte Grundprinzip ist dabei so einfach, wie verständlich. Statt die per Schaltbefehl vom Receiver angefragte Sat-Ebene Horizontal Low, Vertikal Low, Horizontal High oder Vertikal High auf den Empfangsfrequenzbereich  des Receivers zwischen 950–2150 MHz umzusetzen und in Gänze über das Anschlusskabel auszugeben, erzeugt die Einkabellösung für jeden Teilnehmer eine eigene Frequenz (Userband) und moduliert ausschließlich den gewünschten Transponder auf.

Bis zu 24 Teilnehmer pro Kabelstrang

Mit vernünftigen Frequenzabständen lassen sich so nach der Euronorm EN50607 z. B. bei Einkabel-LNBs locker 24 Teilnehmersignale nebeneinander auf einer einzelnen Koaxialzuführung unterbringen. Einkabel-Multischalter begrenzen sich hierbei aber meistens auf bis zu 16 Teilnehmerfrequenzen pro Ausgang. Welches Programmangebot an die Teilnehmer weitergereicht werden kann, hängt von den Möglichkeiten des eingesetzten Einkabel-LNBs oder Multischalters ab. Während ein Einkabel-LNB für gewöhnlich das komplette Programmangebot einer einzelnen Orbitposition an den verbundenen Teilnehmeranschlüssen ausgibt, leisten Einkabel-Multischalter zum Teil deutlich mehr. Geräte mit acht Sat-Eingangssignalen verarbeiten intern mindestens zwei Orbitpositionen ohne Einschränkungen. Mit der Unterstützung für den Anschluss von Wideband-LNBs sind inzwischen aber auch Einkabel-Multischalter zur Verteilung von bis zu vier (z. B. TechniSat TechniRouter 9/4x16) vollständigen Orbitpositionen am Markt erhältlich.    

Bis zu 24 Teilnehmer pro Kabelstrang

Mit vernünftigen Frequenzabständen lassen sich so nach der Euronorm EN50607 z. B. bei Einkabel-LNBs locker 24 Teilnehmersignale nebeneinander auf einer einzelnen Koaxialzuführung unterbringen. Einkabel-Multischalter begrenzen sich hierbei aber meistens auf bis zu 16 Teilnehmerfrequenzen pro Ausgang. Welches Programmangebot an die Teilnehmer weitergereicht werden kann, hängt von den Möglichkeiten des eingesetzten Einkabel-LNBs oder Multischalters ab. Während ein Einkabel-LNB für gewöhnlich das komplette Programmangebot einer einzelnen Orbitposition an den verbundenen Teilnehmeranschlüssen ausgibt, leisten Einkabel-Multischalter zum Teil deutlich mehr. Geräte mit acht Sat-Eingangssignalen verarbeiten intern mindestens zwei Orbitpositionen ohne Einschränkungen. Mit der Unterstützung für den Anschluss von Wideband-LNBs sind inzwischen aber auch Einkabel-Multischalter zur Verteilung von bis zu vier (z. B. TechniSat TechniRouter 9/4x16) vollständigen Orbitpositionen am Markt erhältlich.    

TECHNIROUTER 9/4x16

TECHNIROUTER 9/4x16

Verteilung von 4 Satelliten (8 SatBlöcke) auf vier Kabelstränge für je 16 Teilnehmer

Flexible Ausgangsbelegung

Die Einkabel-Multischalter unterscheiden sich dabei insbesondere bei der Flexibilität ihrer Ausgangsbelegungen. Zum Anschluss älterer Empfangsgeräte empfehlen sich Lösungen, die neben der aktuellen Euronorm EN50607 an einzelnen Ausgängen auch noch die Einkabel-Norm EN50494 von 2004 bzw. die Ausgabe von Legacy-Signalen unterstützen.

Kombination mit IP und Telefonie

Ein immer häufiger auftretender Kundenwunsch bei der Umstellung von Kabel-Anlagen auf Satelliten-TV ist die Weiternutzung des Internet- und Telefonie-Angebotes des Kabelnetzbetreibers. Solange letzterer sein Netz auf Basis von DOCSIS 2.0 betreibt, ist dies in der Regel keine außergewöhnliche Herausforderung. DOCSIS 2.0 nutzt den Frequenzbereich unterhalb 862 MHz und kann Einkabel-Multischaltern daher einfach über ihren terrestrischen Eingang zugeführt werden. Eine saubere Unterstützung des Rückkanals zwischen 2 und 65 MHz ist jedoch Voraussetzung für eine sauber funktionierende Implementierung und sollte vorher beim Hersteller noch einmal abgefragt werden.

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